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  • Thomas Gawlitta

Security Token Offering und PropTech

Erstmals hat die BaFin im Februar 2019 ein sog. Security Token Offering (STO) erlaubt.

Angesichts dieser Überwindung aufsichtsrechtlicher Hürden wird das erste Real Estate-STO

nicht lange auf sich warten lassen. Die schon jetzt mit PropTech erreichbaren Effizienz-,

Zufriedenheits- und Reichweitengewinne dürften sich auch hierbei erzielen lassen.

PropTech – Was ist das eigentlich?


In Anlehnung an den mittlerweile geläufigen Begriff FinTech ist PropTech ein Akronym

gebildet aus den englischen Begriffen „Property“ und „Technology“. Es beschreibt die

Verwendung von Technologien insbesondere zur Digitalisierung der Immobilienwirtschaft.

Der mögliche Anwendungsbereich reicht vom Immobilien-, Hypotheken- und

Darlehensmanagement über Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter bis zur

Immobilienentwicklung und Projektsteuerung. Auch die vorgelagerte Suche, Beratung und

Vermittlung von Immobilien ist mitumfasst.


Durch die Anwendung von PropTech können Prozesse effizienter gestaltet werden, um so

Zeit- und Verwaltungsaufwand zu sparen. Online können Investoren, Mieter usw. potentiell

weltweit angesprochen werden. Zudem kann die Verwendung des eigenen Produkts für den

Nutzer vereinfacht und damit die Zufriedenheit erhöht werden.


Security Token Offering – Was hat das mit Immobilien zu tun?


„Security Token Offering“ meint das Anbieten von wertpapierähnlichen Token. Security

Token sind quasi Coupons, die dem Erwerber wertpapiergleiche Rechte vermitteln. Die

vermittelten Rechte und die einzelnen Übertragungen bilden Informations-„Blocks“, die

wiederum in einer „Chain“ gespeichert werden. So wird eine auf allen teilnehmenden

Rechnern gespeicherte Erwerbshistorie über die entsprechenden Rechte abgebildet.

Großes Potential birgt die Tokenisierung von Immobilienfonds und -finanzierungen. Denn

zum einen ist der Handel mit Token im Gegensatz zum traditionellen Handel dezentral

organisiert. Eines Intermediärs bedarf es also nicht mehr, wodurch Transaktionskosten

eingespart werden. Dies und die niedrige Einstiegsschwelle dürften Real Estate-Token auch

für Kleinanleger attraktiv machen. Zum anderen wird durch Verwendung der Blockchain-

Technologie die grenzüberschreitende Reichweite und die Liquidität der Fondsanteile erhöht.

Denn die Token können schneller, günstiger und potentiell 24/7 von überall auf der Welt

gehandelt werden.


Digitalisierung des Immobilieninvestments möglich


Das jüngst genehmigte STO zeigt, dass das vormals gefürchtete Aufsichtsrecht keine

unüberwindbare Hürde ist. Die Kosten für erforderliche rechtliche Beratung und die

rechtssichere Erstellung eines Wertpapierprospekts können mittlerweile durch die

zukünftigen Einnahmen gerechtfertigt werden. Die ersten Real Estate-STO sind damit

machbar geworden.


https://fps-law.de







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